Für einen ganz besonderen Spaß auf dem Junggesellenabschied von Totti in Ulm sorgte ein kleines Fläschchen Vicious Vampire. Das hatte ich nämlich dorthin mitgenommen, um ein paar Leuten zu zeigen, dass scharf nicht gleich scharf ist.
Schon auf der Hinfahrt ließ ich den ein oder anderen mal einen halben Tropfen von der 120.000 Scoville heißen Sauce probieren und jeder meinte, es sei “höllisch” scharf und als ich fragte, ob jemand sich trauen würde, einen kleinen Teelöffel voll davon zu nehmen, lehnte jeder ab. Naja, eigentlich fast jeder…
Denn Applejack, der ja für Geld alles macht und dabei sogar sein Leben riskiert, meinte, dass er für 60,- EUR das Zeug auf jeden Fall herunterschlucken würde. Zu meiner Absicherung nahm ich noch ein Video mit ihm auf, wo er mir im nüchternen Zustand jegliche Haftung abspricht und versichert, dass er das Ganze, trotz meinen Warnhinweisen, auf eigene Verantwortung macht.
Am Abend war es dann soweit. Nachdem ich mir im Restaurant einen ganzen Esslöffel Vicious Vampire in meine Spaghetti Bolognese gemacht hatte und damit selbst das schärfste Essen meines Lebens zu mir genommen habe, war es dann für den Applejack soweit, er musste sein Versprechen einlösen.
Ruckzuck lagen mehr als 60,- EUR auf dem Tisch und ich füllte einen kleinen Teelöffel mit der Hot Sauce. Gnädigerweise und weil ich nicht wollte, dass für Applejack der Junggesellenabschied schon um 21 Uhr zu Ende gehen sollte, machte ich den Löffel nicht ganz bis obenhin voll.
Applejack schluckte das Zeug ohne eine Miene zu verziehen und unter tosendem Applaus aller Restaurantgäste herunter… doch wenig später setzte die Wirkung des Capsaicin ein… und unser Vampire-Tester schwitzte und schwitze und bekam jede Menge Tränen in die Augen. Auch einige Gläser Milch konnten da nicht mehr helfen. 15 Minuten nach dem Verzehr lag er immer noch auf einer Eckbank…
Hier der Beweis:
Die Bedienung, die natürlich unsere Scharf-Eskapade mitbekam, hatte für mich und einen ebenfalls recht schärferesistenten Kollegen noch eine kleine Überraschung: ein paar getrocknete Chili-Schoten (den Namen der Dinger habe ich aber “vergessen”). Ganze drei Stück haben Daniel und ich zu uns genommen und die waren wirklich der Schärfehammer…
Am nächsten Tag hatte ich dann natürlich nicht nur mit meinem Kater zu kämpfen, sondern auch gegen den übermäßigem Verzehr von Chili. Jetzt stellt sich nur die Frage, ob es am Esslöffel voll Vicious Vampire lag oder an den drei ultrakrassen getrockneten Chili-Schoten. Ich tippe mal auf letzteres…
